Wer hat wohl Schwein im Jahr des Schweins?

jot w.d.-Kolumnistin Dagmar Gelbke glaubt an ein Glücksjahr 2007

 

Auch wenn wir nun anno 2007 schreiben – noch haben wir es nicht überstanden, das verflixte Hunde-Jahr. Oder gibt es jemanden, der sagt, es war bis jetzt das schönste Jahr seines Lebens? Dann bitte ich um Leserzuschriften! Jedenfalls endet es erst am 18. Februar, wenn der eigentlich treue „Hund“ die Jahresregentschaft des asiatischen Tierkreises an das glückliche, ehrliche, lebenslustige „Schwein“ übergibt. 

Man sagt, in Schweinejahren gibt es die meisten Lottomillionäre! Und schon scheinen sich abendund morgenländischer Aberglaube endlich anzunähern: Mit einer „7“ in der Jahreszahl müssten wir doch nun glücklicheren Zeiten entgegen gehen! 

Aber schauen wir uns einmal vergangene Schweinejahre an, die uns alle 12 Jahre ereilen. Was geschah z.B. 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995? 

1935 werden die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet. 

1947 findet die tragische Irrfahrt der EXODUS statt. In England werden die Bergwerke verstaatlicht, und ein Amerikaner namens Chuck Yeager durchbricht als erster Mensch die Schallmauer. Der Staat Preußen wird aufgelöst. Und der „UFO-Absturz“ von Roswell fällt in dieses Jahr. 

1959 kommen Fidel Castro und Che Guevara an die Macht, China annektiert Tibet, der Dalai Lhama muss ins Exil, und in der DDR wird die LPG-Pflicht eingeführt. In den USA stürzt ein Flugzeug mit den Rock’n’Roll- Giganten Buddy Holly, Richie Valens und Jiles Perry Richardson ab, es war „The Day The Music Died“, der Tag, an dem die Musik starb. Welcher alte Rocker kennt den Song nicht. Die Sowjetunion schickt die erste Raumstation Soljut 1 zum Mond, und Soljut 3 liefert erstmals Bilder von der Rückseite des Mondes. Die Computertomografie beginnt ihren Siegeszug durch die Gesundheitskassen, und der Schah von Persien heiratet Farah Diba. 

1971 wird zum Jahr zur Bekämpfung der Rassendiskriminierung erklärt. Also wird in der Schweiz endlich das Wahlrecht für Frauen eingeführt – und in England das erste Frauenhaus eröffnet. In den USA wird die Zigaretten-Reklame verboten. In der DDR tritt Walter Ulbricht zurück, und in Kanada gründet man die Umweltorganisation Greenpeace. 

1983 nennt sich „Internationales Jahr der Kommunikation“, deshalb vielleicht erstmals ein Konzert „Rock für den Frieden“ im Palast der Republik mit Künstlern aus Ost und West. Papst Johannes Paul II. rehabilitiert Galileo Galilei, die USA besetzen die Karibik-Insel Grenada, und die erste Swatch-Uhr kommt auf den Markt. Am 1.9., dem damaligen Ost-Weltfriedenstag (im Westen war es ja seit 1967 der Neujahrstag), schiesst das Sowjetische Militär ein koreanisches Passagierflugzeug ab. 269 Passagiere sterben. 

1995 Gift-Anschlag auf die U-Bahn in Tokio. Bombenanschlag in Oklahoma. Bundestag billigt Bosnien-Einsatz der Bundeswehr. Massaker von Srebrenica. Bombenanschlag auf Pariser Metro. Chaostage mit 2000 Teilnehmern in Hannover. Aber auch Christos verhüllter Reichstag in Berlin. 

So also sehen glückliche Schweine- Jahre aus. Glückliche Schweine waren auch Bismarck, Thomas Mann, Ernest Hemingway, Humphrey Bogart; noch glücklichere sind Loriot, Pavarotti, Elton John und Arnold Schwarzenegger. 

Die Schweine, die ich kenne, sind liebe, betont fröhliche und hilfsbereite Menschen. Allerdings ist ihre astrologisch-verbriefte Ehrlichkeit eher eine hartnäckige Sturheit unter dem Motto: Was ich richtig finde, ist richtig. Und das Richtige verkehrt sich schnell mal ins Gegenteil unter der Losung: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? 

Also, lassen wir uns überraschen vom Neuen Jahr. Was soll’s, schwieriger sind wohl Pferde-Jahre: 1989 – Mauerfall, 2001 – World Trade Center ... Das haben wir dann erst wieder 2013. 

Na prima, DREIZEHN! Das passt doch wieder zu meiner These der philosophischen Annäherung zwischen Abend- und Morgenland ... 

Okay, okay, ich hör ja schon auf zu unken! Außerdem: Wer, wenn nicht ich, wird anno 2007 ein glückliches Jahr haben? Ich, die ich am 20.07. geboren wurde... 

Und ich geb’ von meinem Glück allen jot w.d.-Lesern von Herzen ab! Ehrlich!!! In diesem Sinne bis zum nächsten Mal! 

Eure Dagmar Gelbke