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gelbke1.jpg Sparsam sein im „Jahr des Feuerpferdes“
Kabarettistin und jot w.d.-Kolumnistin Dagmar Gelbke verkneift sich  „gute Vorsätze“ fürs neue Jahr, das ohnehin entbehrungsreich sein wird

Willkommen 2014, Du Jahr des Feuerpferdes. Um es kurz zu machen: Meine guten Vorsätze von 2013 habe ich nicht in die Tat umgesetzt: Das Katzenklo jedenfalls steht immer noch im Energiezentrum meines Hauses. Ich habe einfach keinen anderen Platz gefunden. Okay, ich hätte mir keine neue Katze anschaffen müssen, dann wäre das Problem wenigstens teilweise gelöst worden – aber nun ist Kater Karl da und ich bleibe das Sorgenpüppchen von Altglienicke: Jeder darf seine Probleme bei mir abladen! Ist eben so und soll wohl auch so sein.

Neulich rief sogar der Sohn von Elfriede, meiner Freundin seit 1982, bei mir an, um sein Herz auszuschütten. Und ich musste ihn daran erinnern, dass Mütter einfach mal älter werden und irgendwann, mit 77, nicht mehr die perfekten Frauen sein können, die sie mal für ihre Söhne waren. Und Elfriede musste ich sagen, dass Kinder erwachsen werden und irgendwann anders leben wollen als wir.

Und da war ich froh, mit Paula ein so harmonisches Fest gehabt zu haben, mit zwei Enten, einer Gans und Gästen, die das Kind ohne zu murren akzeptiert hat in der Stille ihrer Kindheitserinnerungen. Die beiden Kater hatten sich auch miteinander arrangiert und unsere Omi, seit sieben Jahren im Himmel, hat mit ihrem Geist dafür gesorgt, dass das Essen schmeckte, wie von ihr zubereitet.

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Nun also wieder ein neues Jahr. Ich habe mir nichts vorgenommen, oder sagen wir mal so: Ich habe mir vorgenommen, keine Reisen zu machen. Ich muss mit hohen Steuernachzahlungen rechnen, weil viele Dinge (wie das Arbeitszimmer) nun vom Amt nicht mehr anerkannt wurden. Ich muss die Dachsanierung finanzieren und mein Kreditkartenkonto ausgleichen, damit ich Ende 2015 ohne zu große Belastungen in die Rente gehen kann. Sonst falle ich dann wirklich in die Altersarmut. Ja, eigentlich steht ein Jahr der Entbehrungen vor mir.

Vor allem werde ich meinen liebsten Bühnenpartner entbehren müssen: Gert Kießling. Am 17. Januar haben wir im Freizeitforum Marzahn unsere letzte gemeinsame Vorstellung. Gert wird in diesem Jahr 70 und er sagt, er will nicht zu den alten Säcken gehören, die nicht aufhören können. Das muss man akzeptieren – auch, wenn ich es nicht verstehe. Selbst in der „Distel“ hat er seinen Gastvertrag auslaufen lassen und will jetzt nur noch für die Familie da sein. Ja, wohl dem, der sich das finanziell leisten kann. Aber ich würde ja nicht mal aufhören, wenn ich Millionärin wäre! Insofern habe ich doch einen guten Vorsatz über alle Wintersonnenwenden hinweg getroffen: Arbeiten und für mein Publikum da sein bis zum letzten Atemzug.

Allen ein gesundes, glückliches Neues Jahr

Eure Daggie