gelbke1.jpg Ein alter Trabi für Tom Hanks
Kabarettistin und jot w.d.-Kolumnistin Dagmar Gelbke ordnet ihr Haus neu nach „Feng Shui“
und liebäugelt mit einem gut bezahlten Au Pair-Job auf Malta

Abgesehen davon, dass ich Silvester einen Kupplungsschaden an meinem neuen alten Auto hatte, den 1. Januar mit dem ADAC verbrachte habe und dadurch das Jahr mit einer beträchtlichen, ungeplanten Ausgabe begann, haben mich die guten Vorsätze aus meiner vorigen Kolumne fest im Griff! Feng Shui – Wind und Wasser aus der taoistischen Philosophie – bringt im wahrsten Sinne frischen Wind in mein Leben. Ist nicht leicht, alles, was damit zusammen hängt, zu verstehen, aber dank kluger Bücher, die ich beim Umräumen verstaubter Kisten von unten nach oben – wegen meiner beiden Hobbits (Untermieter) im Kellergeschoss – wieder gefunden habe, ist mir einmal mehr klar geworden, warum es mit meiner Karriere nie wirklich aufwärts ging: Im Zentrum meines Hauses standen nicht nur Flaschen, Gläser, Altpapier, sondern auch das Katzenklo. Und die Treppe, die nach unten führt, tut ihr Übriges, genau so, wie wahrscheinlich der vor sich hin rostende Trabi im Eingangsbereich meines Hauses. Deshalb habe ich wohl kein Glück mit Autos! Braucht jemand einen alten Trabi-Kombi? Wenn nicht, frage ich Tom Hanks, der hat neulich irgendwas Positives zu dem ollen Kultauto geäußert. Wäre doch was: Ich schenke ihm den Trabbi und dafür darf ich in einem seiner nächsten Filme mitspielen. Ach ja, auch das Träumen funktioniert wieder.

Jedenfalls muss ich das Haus umbauen. Irgendwann. Jetzt erst einmal sind schon acht Riesensäcke Papier in der Papierbank gelandet – oder im Kamin, der jahrelang wie stillgelegt im Keller zu besichtigen war. Auch ein Sinnbild, oder? Das Feuer in meinem Leben – wie erloschen. Na, das werden wir aber zu ändern wissen! Zum Beispiel, wenn ich im Februar Urlaub auf Malta mache. Wie ich neulich schrieb, habe ich mir ja vorgenommen, im Herbst ein Jahr nach England zu gehen. Bloß – England im Winter? Malta wäre doch viel besser, dort spricht man ebenfalls gutes Englisch, und vor allem: Das Wetter ist besser mitten im Mittelmeer. Also werde ich mich dort schon mal vorsichtig umsehen und auf Jobsuche gehen. Diesbezüglich war ich gestern im Internet unterwegs. Und man glaubt es nicht, es war so wie vor zehn Jahren, als mich ein Freund auf friendscout24 angemeldet hat und der erste Mann, der mir entgegen lachte, der war, auf den ich ein Leben lang gewartet zu haben glaubte. Es hielt dann nur ein Jahr, immerhin. Aus lauter Verzweiflung habe ich im Jahr nach der Trennung angefangen, Kolumnen zu schreiben, Bodo sei dank! Das erste Stellenangebot auf Malta sucht nach einer Nanny – einem Kindermädchen für eine vierjährige Tochter, 5-Tage-Woche, Kost und Logis (sic!) frei, einzige Voraussetzung: Bereitschaft zum Urlaub machen mit der Familie. Gehalt: 3000 Britische Pfund, das sind 3451 Euro. Soviel verdient kein Theaterschauspieler meiner Kategorie. Jedenfalls werde ich mich mit der Familie treffen. Grand- Nanny Daggie auf Malta, das klingt nicht schlecht. Ich muss das dann nur meinen „Oderhähnen“ schonend beibringen. Aber Martin Buchholz fliegt ja auch immer hin und her, von Mallorca nach Berlin, um seine Kabarettsonntage bei den Wühlmäusen zu absolvieren. Und er meint, auf Mallorca ist er schneller als in seinem Domizil in Sachsen, 30 Kilometer entfernt von Chemnitz. Wie schrieb ich letztens schon: Alles ist möglich!

Ach ja, in diesem Zusammenhang ist Unglaubliches passiert. Am 14. Januar, bei Schnee und Eis, hat mir die GASAG meinen Hausanschluss gelegt. Am Abend noch habe ich dann mit Hobbit Jan den Ölstand der alten Heizung kontrolliert und gesagt: „Na ja, reicht noch etwa vier Wochen, da kann die Heizungsbaufirma in Ruhe planen.“ Prompt am nächsten Morgen hat sich die 22-jährige Ölheizung für immer verabschiedet. Nach dem Motto: Nun kann ich endlich in den Ruhestand gehen und tschüss!

Es waren die kalten Tage um die minus 17 Grad, und die Heizungsbauer sagten: „Ja, aber, die Kälte und dann bei Schnee aufs Dach, nee, jetzt nich.“ Ich bin ja ein geduldiger Mensch. Doch gut, dass ich die Karte einer anderen Firma wohlweislich nicht weggeworfen hatte. Ein Anruf: „Wann können Sie kommen?“ „Morgen!“ Und am Abend von morgen hatte ich das Haus wieder warm. Alles entsorgt, alles verputzt, unglaublich.

Und jetzt muss ich diese Kolumne beenden, obwohl ich noch viel zu diskutieren hätte. Zum Beispiel die Forderung „Berlin soll leiser werden“. Hallo, wollen wir auf einem Dorf leben? Hobbit Marvin sagt, selbst Hannover sei abends lebendiger. Oder Brüderles empört diskutierte Dirndl-Attacke. Hallo Mädels, sonst beschwert Ihr Euch, dass die deutschen Männer keine Komplimente machen und nicht flirten können!? Aber im Keller warten meine Hobbits und wollen die gemauerte Ölwanne einreißen und die alten Öltanks nach draußen transportieren. Da muss doch die Chefin dabei sein und dirigieren.

Auf denn – und schaut aus dem Fenster: Die Tage werden heller!

Eure Daggie