Brasilianisches Flair

20 Jahre Hellersdorf – Spaziergänge durch die Kieze – Teil 3

Wie berichtet, brachte die Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND anlässlich des 20. Geburtstages des (nicht mehr existierenden) Bezirkes Hellersdorf eine interessante Broschüre unter dem Titel „Zwischen Krötenteich und Mietergarten“ heraus. Und da das Heft eine „Einladung zum Kennenlernen“ sein will, sind darin neben Porträts der Stadtteile und ihrer Bewohner auch insgesamt acht Kiezspaziergänge versammelt. Diese drucken wir mit freundlicher Genehmigung in loser Folge nach; als Anregung, einmal „um die Häuser“ in Hellersdorf zu ziehen.

 Diesmal: Das Gelbe Viertel.

Die Farben Gelb und Weiß verleihen dem 33 Hektar großen Wohnviertel zwischen Erich- Kästner und Carola-Neher-Straße ein südländisches Flair, Ornamente aus farbigen Keramikfliesen markieren Treppenhäuser und Hauseingänge. Und auch die Mujarabis, jene in lateinamerikanischen Ländern verbreiteten Holzgitter an Balkonen und Loggien, setzen in diesem Quartier Akzente, die man nirgendwo anders findet.

Typisch sind auch die befliesten Durchgänge zwischen den sieben Wohnblöcken als Querverbindung zwischen den großzügig angelegten Wohnhöfen mit ihren Spiel- und Ruhezonen.

Auch die gestalteten Wohnhöfe zählen zu den Vorzügen des Gelben Viertels.

Foto: Dietze

 Die Idee, ehemals eintönige und ziemlich langweilige Plattenbauten durch brasilianische Architekten gestalten zu lassen, war schon mutig. Sogar 90 Indianer-Frauen vom Stamme der Kadiwéu-Indianer zwischen 18 und 90 Jahren beteiligten sich an der Verschönerung der Hellersdorfer „Platte“. Sie entwarfen 270 Muster für die Fliesen, von denen letztlich sechs ausgewählt wurden. Ein Plus des Gelben Viertels ist die gute Verkehrsanbindung (U-Bahnstation „Neue Grottkauer Straße“) sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur. Kitas, Grund- und Oberschulen, Ärztehaus, das Frauenzentrum Matilde sowie das Kulturforum Hellersdorf mit seinem umfangreichen Angebot liegen direkt vor der Tür. Günstige Einkaufs- und Serviceeinrichtungen sowie Arztpraxen finden die 8000 Mieter der sanierten Wohnungen von STADT UND LAND/WoGeHe im nahen Spree-Center und im „Corso“ an der Neuen Grottkauer Straße.

Die Beharrlichkeit der Bewohner sorgte dafür, dass auch das brach liegende Umfeld am Corso 2005 endlich stadtfein wurde.