Stimmen für Kinder und Sport

Abstimmung für Vorschläge des Bürgerhaushalts fand breites Interesse

Marzahn-Hellersdorf – Klar, die Bänke an der Marzahner Promenade hatten ein „Heimspiel“, als im Eastgate die große Abstimmungsrunde (Voting) für die mehr als 100 Vorschläge zum Bürgerhaushalt über die Bühne ging. Im Rahmen der Sozialtage, bei denen sich eine Reihe von Vereinen und Initiativen präsentierte, machten mehr als 500 Interessierte aller Altersgruppen beim „Pünktchen-Kleben“ mit. Jeder Teilnehmer erhielt vier Stimmen (drei für Einzelmaßnahmen, eine für längerfristige Investitionen), die er mittels kleiner Aufkleber auf seine favorisierten Vorschläge verteilen konnte. Die Standbetreuer aus Bezirksamt und Stadtteilzentren waren erstaunt, dass sich die Bürger viel Zeit nahmen, um die Vorschläge genau zu studieren und ihre Stimmen abzuwägen.

Weitreichende Zustimmung fanden solche Stadtteil übergreifenden Wünsche wie der nach dem Erhalt von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, der Sicherung von Sportstätten, der besseren Pflege von Kinderspielplätzen sowie Neubau solcher in unterversorgten Gebieten. Doch auch ganz konkrete Ideen fanden regen Zuspruch. So unterstützten viele Teilnehmer die Idee, den Radweg entlang der U-Bahnlinie 5 zu vollenden. Ebenso fanden sich viele Aufkleber auf der Forderung nach mehr Absenkung von Bordsteinkanten. Und Sauberkeit und Ordnung spielt nach wie vor eine große Rolle, zu erkennen am Voting für die Umgestaltung des Stadtplatzes Nord in Hellersdorf Süd.

Am 10. März, 18 Uhr, übergeben die Stadtteilakteure im Foyer des Alten Rathauses Marzahn ihre Vorschläge an Bezirksamt und BVV. Dort werden sie in der Folgezeit intensiv beraten. Einreicher und Abstimmer müssen sich nunmehr gedulden, schließlich handelt es sich um Ideen, die in den Haushaltsjahren 2012/2013 verwirklicht werden sollen.

Es hat sich gezeigt, dass das neue Verfahren mit Abstimmungsrunden in den Stadtteilen und am Schluss noch einmal zentral ein spürbares Anwachsen der Beteiligung brachte. Nun ist es an den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, sorgsam mit dem Willen der Bürger umzugehen. Damit es nicht wieder heißen muss: „Bürgerhaushalt: Kaum etwas wird verwirklicht“, wie jot w.d. in der Ausgabe 1/2010 titelte.

R. Nachtmann

Michael Nawrocki gab eine seiner Stimmen für die weitere Förderung von Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen.

Foto: Nachtmann