Alles vom Feinsten

Grün Berlin GmbH übernimmt Schloss Biesdorf – Eröffnung am 9. September

Biesdorf – „Heute ist für uns ein ganz besonderer Tag, denn wann wird einem schon mal ein Schloss übergeben?“ Die Freude darüber stand Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, am 2. Februar ins Gesicht geschrieben. An diesem Tag erfolgte nach der Vertragsunterzeichnung mit Helmut Siering (Prokurist von Grün Park), Christoph Schmidt und Kulturstadträtin Juliane Witt die symbolische Schlüsselübergabe an die neuen Schlossbetreiber.

Seit September 2013 war die ehemalige Siemens-Villa an der Straße Alt-Biesdorf, die viele Jahre als Stadtteilzentrum fungierte, wegen der umfangreichen Bauarbeiten (u.a. wurde das zweite Geschoss wieder aufgebaut) nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Nun verfügt das Schloss im Biesdorfer Park vom Keller bis zum Dachgeschoss über 2600 Quadratmeter Nutzungsfläche. Für den Turm ist allerdings keine touristische Begehbarkeit über die schmale Treppe nach oben möglich. Vom Keller bis zum Obergeschoss führen Behinderten gerechte Aufzüge.

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Kulturstadträtin Juliane Witt übergibt am 2. Februar symbolisch den Schlüssel an Christoph Schmidt
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Bis zur Einrichtung der Galerie werden übergangsweise Bilder der Restaurierungsarbeiten gezeigt.
Fotos: Dittmann, Nachtmann

Es gibt einen großen Vortragssaal, eine Garderobe, Veranstaltungsräume, einen Medienpädagogischen Raum, Seminar- und Mitarbeiterräume, eine Werkstatt im Dachgeschoss, ein Schlosscafé und im neuen Obergeschoss mehrere Räume und Gänge für den geplanten Galeriebetrieb. Vom vorgesehenen Namen „Galerie Bilderstreit“ und ausschließlich Kunstausstellungen aus dem DDR-Archiv in Beeskow ist nun nicht mehr die Rede. Doch das Galeriekonzept wird erst im April von der neuen Kuratorin vorgestellt. Da darf man schon jetzt gespannt sein, immerhin gibt es das ehrgeizige Ziel von rund 30 000 Besuchern im Jahr. Ein Parkplatz ist vor dem Theater am Park (TaP) am Frankenholzer Weg bereits gebaut.

„Wir übergeben als Bezirk mit dem Schloss Biesdorf unser schönstes Haus und hoffen, dass es neben den Gärten der Welt die touristische Attraktion wird“ sagte Juliane Witt. Mehr als 10 Millionen Euro flossen in die Restaurierung und Aufstockung des Hauses – 3,5 Millionen steuerte die Lotto- Stiftung bei, 3,75 Millionen der Europäische Kulturfonds und 3,1 Millionen der Bezirk. Ohne das Konzept einer Bildergalerie hätte es die Fördermittel nicht gegeben.

Ein Rundgang durch das Haus mit drei neuen Treppenaufgängen zeigt: Alles vom Feinsten. Helle große Räume und Gänge mit viel Licht und modernem Ambiente. Dass der Besuch des Schlosses künftig Eintritt kosten wird (zwischen 4 und 2,50 Euro) wird vielleicht nicht allen gefallen. Der Schlosspark (in Verantwortung des bezirklichen Grünflächenamtes) bleibe weiterhin kostenlos zugänglich, versicherte Schmidt.

Bis August soll nun die restaurierte Außenfassade fertiggestellt sein. Zum Blütenfest gibt es Führungen. Und am 9. September wird das Schloss offiziell eröffnet – mit seiner ersten Ausstellung.

Ingeborg Dittmann