Meister aller Klassen
Erfolgreiche Sportler des vergangenen Jahres wurden geehrt


Marzahn-Hellersdorf – Es gibt, mancher mag‘s kaum glauben, eine Sportwelt jenseits von Fußball und Biathlon. In mehr als 60 Vereinen frönen im Bezirk einige Tausend Menschen der Körperertüchtigung in ‘zig Sportarten. Darunter finden sich neben den olympischen Kernsportarten wie Schwimmen, Boxen, Leichtathletik auch weniger bekannte wie Bogenschießen, Orientierungslauf oder Floorball. Nicht zu vergessen, dass neben diversen asiatischen Kampfkünsten auch Schach zu den Sportarten zählt, in denen sich Junge wie Ältere, Mädchen und Jungen, Herren und Damen aus dem Wuhlebezirk messen. Nicht wenige von ihnen sogar sehr erfolgreich; in ihren Reihen finden sich Berliner, Regionale, und Deutsche Meister, Medaillengewinner bei Kontinental- und Weltmeisterschaften und Olympia-Teilnehmer. Aus ihnen allen konnte die interessierte Öffentlichkeit zu Jahresbeginn die „Sportler des Jahres“ wählen, und es gab eine erneute Rekordbeteiligung, denn mehr als 6500 Stimmzettel gingen beim Bezirkssportbund (BSB) ein. Insgesamt hatten 16 Vereine Kandidaten für die Auszeichnung nominiert.

Entsprechend erfreut zeigte sich BSB-Vorsitzender Wolfgang Kieke, der auf der Auszeichnungsveranstaltung am 12. Februar nicht nur die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt lobte, sondern sich auch recht herzlich bei den Sponsoren aus der Wirtschaft bedankte. Bürgermeister Stefan Komoß, der ja auch als Sportstadtrat fungiert, wies darauf hin, dass gerade wegen der Aktiven der Bezirk ein „attraktiver Sportstandort“ ist und erinnerte daran, dass in Berlin die Vereine die öffentlichen Sporthallen und -plätze kostenlos nutzen dürfen.

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Sieger in den einzelnen Kategorien wurden: Theo Paczoska (Jungen unter 14), u.a. Berliner Mannschaftsmeister im Leichtathletik-Vierkampf; Lilly Rotärmel (Mädchen unter 14), u.a. Deutsche Meisterin der Sportgymnastinnen mit dem Reifen; Tom Warmholz (Jungen 14 bis 18), u.a. Berlin-Brandenburgischer Meister über 200 Meter, Antonia Zanger (Mädchen 14 bis 18), u.a. Berliner Meisterin über 100 Meter; Josef Rey (Herren), u.a. als Cerebralparetiker Deutscher Meister Karate; Mayada Al sayad (Damen), u.a. Erfüllung der Olympia- Norm für Rio; Erika Lemnitzer (Ü 50), u.a. Bronzemedaille bei der Senioren-WM im Orientierungslauf im Sprint der AK 70 sowie die Flower Power Gruppe der Blossom Cheerleader (Mannschaft), u.a. 2.Platz bei der Cheerleading-EM 2015. Lilly Rotärmel gab während der Veranstaltung gleich zwei Kostproben ihres Könnens – mit den Keulen und später noch mit dem Reifen. 

Fotos: Nachtmann

Eine gewisse Überraschung bot bereits im Vorfeld die Abstimmungsliste, denn es wurden von den Sportvereinen fast doppelt so viele Jungen/Männer wie Mädchen/ Frauen überhaupt nominiert. Überraschend scheint auch, dass bei Ersteren alle drei Sieger vom ACB aus Hellersdorf kamen, während bei Letzteren alle drei Gewinner der VfL Fortuna Marzahn stellte. Einzig bei den Senioren (m+w) und den Mannschaften konnten Kaulsdorfer Orientierungsläufer und das Cheerleader- Team die Phalanx brechen. Der SC Eintracht als größter Sportverein des Bezirks musste sich gar mit einemzweiten und zwei dritten Plätzen begnügen.

Jenseits solcher Spitzfindigkeit können sich aber alle Sportler – Nominierte wie Nichtnominierte, Platzierte wie Ungewählte – als Sieger fühlen. Denn sie haben mehr als „nur“ eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung; Sport dient der Gesundheit (auch wenn er gelegentlich zu Verletzungen führt) und der Erziehung zu Fainess und Toleranz. Das wissen auch die Rio-Fahrerinnen Lisa Unruh und Mayada Al Sayad, die nicht nur sich selbst, ihr Land (Deutschland bzw. Palästina), sondern bei den Olympischen Spielen auch Marzahn- Hellersdorf vertreten. Insofern gehört es seit Jahren zum „guten Ton“, dass bei der Auszeichnungsveranstaltung neben den „Sportlern des Jahres“ auch Ehrenamtliche aus den Vereinen gewürdigt werden. Diesmal waren es 16 Männer und Frauen, die Herz, Zeit und oftmals auch Geld drangeben. Man kann ihnen eigentlich gar nicht genug danken. 

Ralf Nachtmann