Bürgerhaushalt Teil 5: Zwischenstopp mit Perspektive

Arbeitsgruppen übergaben Anregungen und Wünsche

Am 5. April wurden im Freizeitforum Marzahn die Ergebnisse der Arbeitsgruppen für den Bürgerhaushalt an Bezirksbürgermeister Uwe Klett, die BVV-Vorsteherin Petra Wermke und den Vorsitzenden des Hauptausschusses der BVV, Klaus Mätz, übergeben. In den Stadtteilen Marzahn-Nordwest, Hellersdorf-Süd und Biesdorf hatten Bürger in jeweils zwei Arbeitsgruppen Vorschläge für die Verwendung der vorgesehenen Mittel gesammelt. Das Kinder- und Jugendbüro Marzahn-Hellersdorf unterbreitete erste Ergebnisse einer Befragung von Kindern und Jugendlichen. Es war eine Menge von Ideen, die da entwickelt wurden – von der Beleuchtung von Wegen über Papierkörbe bis zur Gestaltung eines Findlingsgartens; von der Erhaltung des Theaters am Park bis zum Haus der Generationen (siehe jot w.d. 4/06).

  Bürgermeister und BVV-Vorsteherin erhielten die Vorschläge. 

Foto: Preußer 

Über fünfzig Bürger haben sich an diesem Projekt beteiligt. Bei der Übergabe fanden das Manche erfreulich viel, Andere viel zu wenig. Man sollte bedenken, dass das nur die Bürger sind, die unmittelbar an den Beratungen der Arbeitsgruppen – in der Regel alle 14 Tage – teilgenommen haben. Viele von ihnen haben nun ihrerseits in Vereinen, Gruppen und Organisationen Diskussionen geführt und deren Ergebnisse eingebracht. Die tatsächliche Zahl der beteiligten Bürger ist also größer. Natürlich – es könnten schon ein paar mehr sein, die da unmittelbar mitmachen, aber für ein „Pilotprojekt“ ist das Ergebnis inhaltlich gewiss gut. Auch die Organisationsform hat sich zunächst bewährt.

Für bemerkenswert halte ich, dass beteiligte Bürger mehrfach erklärten, dass sie an der Fortsetzung des Projektes interessiert sind und daran weiter mitarbeiten wollen. In der „ersten Runde“ musste man sich erst einmal in die Probleme einarbeiten. Es war nicht einfach nur Arbeit, sondern – auch das wurde in der Diskussion betont – es hat auch Spaß gemacht. In einer Zeit, wo so oft und wohl nicht immer zu Unrecht von Resignation und Politikmüdigkeit gesprochen wird, halte ich das schon für ein sehr bemerkenswertes Ergebnis. Vielleicht wird es noch besser, wenn die Möglichkeit geschaffen wird, auch per Internet mitzudiskutieren. Manchem Jugendlichen (und sicher auch Älteren) ist dies vielleicht lieber als abendliche Beratungsrunden. Die übergebenen Vorschläge werden jetzt im Hauptausschuss und in den Fachausschüssen der BVV beraten und liegen am 1. Juni der BVV zur Beschlussfassung vor. Die beteiligten Bürger wünschen, dass die Arbeit am Bürgerhaushalt bald weitergeht. Es gibt in unserem Bezirk genug Probleme, zu denen die Meinung der Bürger gefragt ist.

Bernd Preußer