Musiklegenden des Ostens – jot w.d.-Serie, Teil 34

In der Juli-Ausgabe 2004 begannen wir, Künstler vorzustellen, die in der Jugendzeit vieler unserer Leser – also in den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren – Schlagzeilen machten. Wie geht es den Publikumslieblingen von einst heute? jot w.d. traf viele von ihnen. Wir setzen unsere Serie in dieser Ausgabe mit dem Sänger Uwe Jensen fort.

Eine Zusammenstellung aller bisherigen Beiträge in dieser Serie finden Sie hier.

Uwe Jensen

Wiedersehen macht Freude

In seinem „ersten Leben“ reparierte er Radios und Fernseher, erwarb sogar den Meisterbrief als Rundfunkmechaniker. Doch eigentlich interessierte den jungen Mann aus dem Brandenburgischen Brätz (Jahrgang 1948) viel mehr, was „in“ den Geräten lief, vorrangig die Musik. So nahm er privat Gesangsund Gitarrenunterricht, wechselte zum Theater und führte dort drei Jahre Regie. Danach absolvierte er am Zentralen Haus für Volkskunst in Leipzig eine dreijährige Ausbildung zum lyrischen Tenor, stieg danach als Sänger beim Erich- Weinert-Ensemble in Berlin- Biesdorf ein. Mit dem Berufsausweis als Schlagersänger 1971 begann sein „zweites Leben“ dann auch ganz offiziell. Schließlich konnte sich zu DDR-Zeiten nicht Jeder, der Lust und Laune hatte, auf der Bühne tummeln. Musikstudium oder/und Berufsausweis waren die Voraussetzung . Und das war auch gut so. Schon ein Jahr später erlebte Uwe Jensen in seinem neuen Beruf den ersten internationalen Erfolg. Bei einem Gesangswettbewerb in Polen errang er den „Bernsteinteller“. Spätestens nach seinem Erfolg beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden 1978 („Einmal möchte ich ein Maler sein“) und den von ihm gesungenen Coverversionen der Hits „Mama Leone“ und „Auf der Straße nach Süden“ (auf AMIGA-LP) wurde der Sänger landesweit populär. 

   

20 Jahre Abstand liegen zwischen den Fotos. Und kaum eim Unterschied: 

Fotos: Archiv/Nachrmann

Seit 1980 zog Jensen mit eigener Band, der Gruppe Cabriolet, durch die Lande, bewies seine künstlerische Vielseitigkeit mit Gesang, Tanz, Parodie und Moderation u.a. in einer eigenen TV-Show („Schön, dass Sie da sind“) und im Friedrichstadtpalast. Weitere internationale Preise bekam er in den 80er Jahren, u.a. beim Goldenen Orpheus in Bulgarien („Man s

„Mehr als 3000 Auftritte, zuweilen zwei oder drei an einem Tag, hatte ich in der DDR“, erinnerte sich Uwe erst kürzlich bei einem Talk in Hellersdorf. Heute sind es etwa 50 bis 60 im Jahr. Mit der „Pommern Tenne“ in Rothenklempenow hat sich der Sänger ein festes Standbein geschaffen. Hierher lädt er regelmäßig v.a. frühere Kollegen aus der Unterhaltungskunstszene sein. Die Shows sind gut besucht.

Und auch im MDR-Fernsehen ging es in diesem Jahr – nach dreijähriger Pause – weiter mit seiner Show „Wiedersehen macht Freude“ mit Stars von gestern und heute. Als der MDR die erfolgreiche Sendung 2003 nach sieben Jahren vom Sender nahm, ging Jensen mit der Show auf Live-Konzert-Tour. Sicherlich ist es dem großen Erfolg beim Ostdeutschen Publikum zu verdanken, dass der MDR „Wiedersehen macht Freude“ nun wieder ins Programm nahm. Die erste Show lief am 14. April live aus Leipzig, nun auch mit Nachwuchstalenten („Kennenlernen macht Freude“).

 „Leben zu zweit“ hieß einer seiner Erfolgsschlager. Der könnte auch für das Privatleben des Sängers stehen. Seit 39 Jahren ist er mit Heidi, einer Malerin, verheiratet. Auch Sohn André, Tochter Jana und Enkelin Paula haben Musik im Blut. Sohn André (36) stand bereits des öfteren mit seinem Vater auf der Bühne. Wie es mit der Musikalität des „Hauszoos“ der Familie bestellt ist, kann man sich denken: sechs Katzen, Hund und Papagei bieten der Familie und den Fischen im Großaquarium sicherlich öfter mal ein tierisches Konzert. Das von Uwe Jensen können sich die Fans demnächst in die heimische Stube holen. Der Sänger arbeitet gerade an einem Doppelalbum mit 40 Titeln „Best of Uwe Jensen“. 

Ingeborg Dittmann

Singend, tanzend und plaudernd erlebten kürzlich die Hellersdorfer den beliebten und sympathischen Entertainer.