Musiklegenden des Ostens – jot w.d.-Serie, Teil 35

In der Juli-Ausgabe 2004 begannen wir, Künstler vorzustellen, die in der Jugendzeit vieler unserer Leser – also in den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren – Schlagzeilen machten. Wie geht es den Publikumslieblingen von einst heute? jot w.d. traf viele von ihnen. Wir setzen unsere Serie in dieser Ausgabe mit dem Duo Monika Hauff/Klaus-Dieter Henkler fort.

Eine Zusammenstellung aller bisherigen Beiträge in dieser Serie finden Sie hier.

 

Hauff/Henkler

 

Das war ein Meisterschuss

 

Der musikalische Werdegang von Monika Hauff und Klaus- Dieter Henkler liest sich wie ein Buch der Rekorde: Rund 50 Platten haben sie besungen (21 davon als LP oder CD mit mehr als 10 Millionen Auflage), alle Erdteile bereist, sie können in 22 Sprachen singen, auf Spanisch, Englisch, Russisch oder Französisch moderieren, ihr Repertoire umfasst rund 400 Lieder – vom Volkslied und internationaler Folklore über Schlager und Stimmungslieder bis zu Country-Songs und internationalen Pop-Klassikern, sie bekamen zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Festivals (darunter als erste deutschsprachige Künstler sogar den Grand Prix de la Chanson) und waren in beinahe allen Musik-TVShows im Ost- und Westteil des Landes zu Gast. 

   

Monika und Klaus-Dieter vor 26 Jahren am Ostsee-Strand und vor wenigen Tagen im Freizeitforum Marzahn.

Fotos: Dittmann/Archiv

Seit rund 35 Jahren stehen Monika und Klaus-Dieter gemeinsam auf der Bühne. Doch die Musik hatte sie schon viel früher gepackt und nicht wieder losgelassen. Monika stammt aus Wernigerode im Harz, jodelte schon als Kind und sang dann im bekannten Rundfunk- Jugendchor Wernigerode. Nach der Schule studierte sie an der Medizinischen Fachschule in Magdeburg.

Klaus-Dieter kommt aus einem kleinen Ort bei Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Als er vier war, schenkten ihm seine Eltern ein Akkordeon, später kamen Gitarre und Klavier dazu. Er studierte am Konservatorium Halle Komposition und Gesang. Kennen gelernt haben sich die Beiden beim Jürgen-Heider-Swingtett in Magdeburg.

Sie merkten bald, dass sie stimmlich zusammen passten und auch menschlich gut miteinander konnten. Die Harmonie, die beide Künstler bis heute auf der Bühne ausstrahlen, legt die Vermutung nahe, dass beide auch privat ein Paar sind. „Nein“, sagt Monika, „wir führen jeder unser eigenes privates Leben.“ Und das sei auch gut so. „Nicht auszudenken, wenn wir jeden Tag gemeinsam verbringen würden“, schmunzelt Klaus-Dieter.

Auch nach der Wende gab es für das Gesangspaar keinen Karriereknick. Durch ihre internationalen Tourneen und zahlreichen Fernsehauftritte waren sie in Ost und West bekannt. Traten in der Hitparade von Dieter Thomas Heck auf, im Blauen Bock, im Musikladen, im Musikantenstadl. Viele Jahre lang hatten Hauff/Henkler im DDRFernsehen eine eigene Sendung – „Musikanten sind da“. Klaus-Dieter nahm sogar Schauspielunterricht, spielte u.a. in „Du und ich und Klein-Paris“ und „Dach überm Kopf“ mit.

 Musikalisch tanzen die Beiden auf vielen Hochzeiten, begeistern ihr Publikum seit Anfang der 70er Jahre mit Schlagern und Stimmungsliedern wie „Auf die Bäume ihr Affen“, „Mit Brille wär das nie passiert“, „Der Herbst steht auf der Leiter“, „Geh Alte schau mi net so deppert an“, „Keine Bange“ oder „Das war ein Meisterschuss“. Letzteres wurde so etwas wie ein Markenzeichen für Hauff/Henkler.

Zur Show „Wiedersehen macht Freude“ mit Uwe Jensen am 2. Juni im Freizeitforum Marzahn sang das Publikum kräftig mit. Auch ohne Textbuch. Ohrwürmer prägen sich halt ein.

Ingeborg Dittmann