Kraxeltipp 3: Die Ahrensfelder Berge

Bei klarer Luft reicht die Sicht weit in die Stadt und ins Brandenburgische hinein

Nach Biesdorfer Höhe und Kienberg gibt es diesmal die definitive Steigerung: Mit 112 Metern über Meereshöhe sind die Ahrensfelder Berge der Tschomolungma (tibetisch korrekt wie zu Ostzeiten) oder Mount Everest des Wuhlebezirkes. Ganz hoch im Norden gelegen, kurz vor Eiche und Ahrensfelde an der Landesgrenze und noch mit Doppelspitze!

Der Blick gen Westen vom Ahrensfelder Berg reicht weit in die Stadt hinein.

Foto: Clauder

Auch diese Erhebung bestand einst aus drei unbedeutenden Sandhaufen, länglich am Wuhlemoor gegenüber Eiche gelegen, noch 1976 vor Errichtung der nahen Großsiedlungen laut Stadtplan ganze 67 Meter hoch. Dann kamen die Kipper mit dem Aushub aus den Marzahner und Süd- Ahrensfelder Baufeldern. Die Begrünung des etwas niedrigeren südlichen Gipfels erfolgte in den letzten DDR- und ersten Nachwende- Jahren analog zum Kienberg. Anders als bei Kienberg und Biesdorfer Höhe wurde auf dem nördlichen Ahrensfelder Berg noch nach der Wende staubiger (und womöglich kontaminierter) Bauschutt verkippt. Anwohnerproteste aus den neuen benachbarten Plattenbauten waren die Folge. Auch der damalige örtliche Bundestagsabgeordnete Gysi forderte ein Ende der Belästigungen. Nach Beratungen mit Umweltschützern wurde von einer durchgängigen Baumbepflanzung abgesehen, der Nordhügel ist wegen seiner ausgedehnten Trockenrasenflächen für Schmetterlinge besonders attraktiv.

Heute erschließt ein neu angelegtes, naturnahes Wegesystem über Treppen und Rampen die beiden Gipfel. Man kann bequem vom Straßenbahnhof Marzahn aus starten. Vorbei an einem Regenrückhaltebecken mit quakenden Fröschen kommt man zum neuen Kreuzungsbauwerk zwischen Alter und Neuer Wuhle (Seelgraben) und dann bergauf zum südlichen Hügel. Von dort geht es über Treppen und Rampen noch einmal durch ein Tal zum nördlichen Berg.

Die andere Aufstiegsvariante vom Blumberger Damm bzw. der Kemberger Straße aus führt am sehenswerten Feuchtbiotop Weidengrund vorbei und dann steil hinauf auf die Nordspitze. Oben gibt es Sitzmöbel aus Naturholz und Stein sowie ausreichend Feuerstellen für Grillvergnügen. Das beste aber: Von einem jüngst aufgeschütteten Ausguckhügel hat der Bergbezwinger einen herrlichen Fernblick auf die Gipfel im Süden bis hin zu den Müggelbergen, über die Bauten in der City Berlins, über die Deponieberge bei Buchholz und Schwanebeck bis hin zur nahen Schorfheide. Im Winter bei Schnee ist die vor zwei Jahren befestigte und gut ausgebaute Rodelbahn zu empfehlen, sehr sicher und trotzdem je nach Ausgangspunkt recht schnell auch für die größeren Kinder. Damit endet unsere Expedition auf die drei „Höhepunkte“ unseres Bezirks.

U. Clauder