Die „Gärten der Welt“ vor der Haustür

20 Jahre Hellersdorf – Spaziergänge durch die Kieze – Teil 1

Wie berichtet, brachte die Wohnbautengesellschaft STADT UND LAND anlässlich des 20. Geburtstages des (nicht mehr existierenden) Bezirkes Hellersdorf eine interessante Broschüre unter dem Titel „Zwischen Krötenteich und Mietergarten“ heraus. Und da das Heft eine „Einladung zum Kennenlernen“ sein will, sind darin neben Porträts der Stadtteile und ihrer Bewohner auch insgesamt acht Kiezspaziergänge versammelt. Diese drucken wir mit freundlicher Genehmigung in loser Folge nach; als Anregung, einmal „um die Häuser“ in Hellersdorf zu ziehen. Diesmal: das Kienbergviertel.

China, Japan, Korea und Bali direkt vor der Haustür – das gibt’s nur einmal auf der Welt. Und zwar in Hellersdorf, am Rande des Kienbergviertels der Wohnbauten-Gesellschaft STADT UND LAND/ WoGeHe! Täglich ab 9 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit kann man im Erholungspark an der Eisenacher Straße flanieren und relaxen und sich über die europäische und asiatische Gartenkultur informieren. Einen Besuch dieser deutschlandweit einmaligen Attraktion sollten Sie unbedingt mit einem Spaziergang durch ein Wohnviertel verbinden, das zumindest in Berlin seinesgleichen sucht.

Rund 2300 komfortable Neubauwohnungen mit Blick auf den größten Grüngürtel Berlins, den Naturraum Wuhletal, prägen den Kiez nahe der Eisenacher Straße, die Hellersdorf mit Marzahn verbindet. Den Kiezspaziergang kann man entweder von Marzahner Seite aus beginnen (U 5 bis Elsterwerdaer Platz und dann mit der Buslinie 197 bis zur Eisenacher Straße). Oder man nähert sich von Hellersdorf aus mit der Linie 195 und steigt an der Gothaer Straße aus.

Der 1995 angelegte „Schweriner Hof“ zwischen Gothaer und Suhler Straße ist sowohl aus landschaftsarchitektonischer als auch aus ökologischer Sicht sehenswert. Regenwasser wird hier in Zisternen gespeichert und weiter verwendet. Das gesamte Kienbergviertel ist ein Modellprojekt für die ökologische Sanierung einer Großsiedlung.

Solar- und Fotovoltaikanlagen senken den Energiebedarf im Quartier. Gepflegte Mietergärten beweisen, dass man sich die Natur auch ganz individuell in die Großsiedlung holen kann.

Unübersehbar auch der „Balanceakt“, geschaffen von Hubertus von Goltz auf den beiden 12-Geschossern in der Eisenacher Straße. Die Balancierer auf dem Dach sehen verblüffend echt aus und haben schon so manchen Besucher in Erstaunen versetzt.

Läuft man zurück zur Gothaer Straße, steht man nach wenigen Minuten an der Kreuzung Alte Hellersdorfer/Zossener Straße. Linkerhand fällt ein imposanter Schulneubau ins Auge – das Sartre- Gymnasium Ecke Kyritzer Straße. Einen Besuch wert ist auch das SOS-Familienzentrum an der Alten Hellersdorfer Straße 77 mit Seniorencafe und Second-Hand- Shop in unmittelbarer Nähe der historischen Klinkerbauten des alten Gutes Hellersdorf. Hier, an der Wiege von Hellersdorf, begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart. Foto: Ludwig