Rosmarin ernten vor’m Ringelpietz

jot w.d.-Kolumnistin Dagmar Gelbke plagt sich mit Alpträumen unter Spaniens Himmel

Formentera, gleich bei Ibiza, ist das Hiddensee Spaniens. Dort sitze ich zum zweiten Mal in einem Internet Café und denke an meine geliebten jot w.d.-Leser. Beim ersten Mal, als meinem Artikel noch etwa drei Sätze fehlten, begann die Siesta und das Netz wurde preußisch pünktlich abgeschaltet, sprich alles, was mir gelungen war, unter sommerlicher Oktobersonne und in nachsaisonalem Müßiggang meinen Gehirnwindungen zu entlocken, war für immer in den unendlichen Weiten des Cyberspace verschwunden. Danach hatte ich mit den wundervollen, ganz naturbelassenen Buckelpisten meines Westwolfgangs, einem engen Freund von Helga Hahnemann und Martin Buchholz, ich erwähnte ihn schon, zu kämpfen, meinen vom Inselfahrrad – Baujahr 1960, als das schmale Eiland noch nicht mal den Hippies, sondern nur den Fischern gehörte – zerschundenen Hintern zu pflegen und die üppigen Mahlzeiten meiner Gastgeberin Marianne, die dort in einem absolut perfekt funktionierenden Ökohaus wohnt, zu verdauen. Außerdem lernte ich, Thymian und Rosmarin zu ernten, die dort einfach wild auf den Schafweiden herumwachsen, was wiederum erklärt, warum Hammel auf Formentera ganz anders und viel besser als anderswo schmeckt.

Eigentlich dürfte ich gar nicht hier sein, denn mitten in den Proben für ein neues Programm im Kabarett Kartoon einfach noch mal für fünf Tage in die Sonne zu düsen, dazu gehört schon eine gehörige Portion Chuzpe. Aber ich hatte diesen Besuch bei Marianne seit Jahren versprochen und das Ticket sehr preiswert schon im Frühjahr gebucht, als an dieses neue Programm noch gar nicht zu denken war. Und seit Omis Tod habe ich mir vorgenommen, Versprechen wirklich zu halten. Nichts ist wichtiger, als Freunde nicht zu enttäuschen.

Trotzdem wache ich hier nun jede Nacht schweißgebadet auf, weil ich die typischen Schauspielerträume träume – der Text ist weg, man kann sich nicht bewegen, kommt zu spät, die Kostüme sind verschwunden usw. ....

Wer also wissen will, was aus dem Traumchaos letztendlich geworden ist, der komme ins Programm „Ein verzwicktes Paar oder Ringelpietz und Glitzertreppe“, das am 10.November, 20 Uhr, Premiere im Kabarett Kartoon in der Kochstrasse 50 hat. Das verzwickte Paar, zwei in die Jahre gekommene Entertainer, geben Klaus Peter Plessow (der Fabian von Schnatterinchen und Pittiplatsch) und ich. Und was die Story angeht, lassen „Ginger und Fred“ grüßen. Kabarett-Tag zu 12 Euro ist immer mittwochs.

Ach ja, am 4.November gibt es um 17 Uhr im Kreiskulturhaus Seelow auch wieder die große „Helga Hahnemann Revival Show“ mit all meinen treuen Mitstreitern: Wolfgang Flieder, Lutz Hoff, Gebrüder Blattschuss, Angelika Mann, Maik Damboldt Dance Company. Statt Günter Gollasch kommt diesmal Bernd Warkus, der Xylophon- Virtuose, weil Günter eigentlich in der Türkei überwintern wollte.

Meinen treuen Stargast Nina Lizell konnte man übrigens bereits am 3.11. in Maria Moeses Talkshow „Noch’n Talk“ erleben.

Tja, das wär’s für heute aus dem sonnigen Süden. Drückt mir die Daumen, dass mich der Flieger heil nach Hause bringt! In diesem Sinne alles Liebe und bis bald

Eure Daggie Gelbke