Immer mehr Hilflosigkeit

gegenüber den Nichtsen?

„Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun: Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“. Diese Zeilen aus der „Internationale“ wurden von vielen Sängern nicht so ganz ernst genommen, zumindest duldeten sie Götter, Kaiser und Tribunen als fleißige Mitsänger neben sich und als vermeintliche Interessenvertreter über sich. Ist ja auch nicht gerade eine leichte Sache, sich aus dem Elend zu erlösen, und das dazu noch selber zu tun! Das überlässt Otto Normalverbraucher verständlicherweise gerne Göttern, Kaisern und Volkstribunen. Aber einige Unverbesserliche legten dann doch zunächst den Glauben an Gott ab. Der Nachteil: Sie haben keinen Benedikt oder Johannes Paul, nicht einmal Martin Luther oder den Ortspfarrer als geistige Stütze, dürfen Parteien mit dem christlichen C eigentlich nicht trauen und wissen nach dem Ableben nicht so recht wohin.

Ergo: Die Atheisten sind mal abgesehen von der Jugendweihe und den davon profitierenden Organisationen ohne Verein, also völlig unorganisiert. Folglich werden sie regelmäßig übersehen, wenn Frau Ministerin von der Leyen über Werte bei der Erziehung der Heranwachsenden mit Kardinälen, Bischöfen und neuerdings auch mit Muftis berät. Wer sollte auch die Ungläubigen, die schließlich auch an etwas glauben, vertreten? Das „können wir nur selber tun“.

Auch diejenigen Emanzipierten, die nicht nur keinen Gott, sondern auch keinen Kaiser oder Tribun mehr benötigen, sind nicht gerade wenige. Andere Mitbürger haben zunehmend Probleme, ihre Tribunen zu finden: Die Gewerkschaften wollen Tribunen für die Arbeitenden sein, aber was macht der arme Arbeitslose? Die Parteien wollen auch Kaiser und Tribunen dem Wahlvolke gegenüber ersetzen. Guter Rat ist teuer, wenn sich der Bürger nicht mehr von all diesen Obrigkeiten vertreten fühlt. Ganz extrem wird die Lage am Ostrand Berlins: Hier sind die engagierten Ungläubigen aller Farben und Schattierungen in der absoluten Mehrheit und könnten locker ihren Papst wählen oder eine Einparteienregierung bilden. Aber das eigentliche Problem ist ja, dass sie weder das Eine noch das Andere wollen!

Zusammenfassung: Immer mehr Nichtse sind unter uns und unterhöhlen die christlich- abendländischen Werte. Sie dulden einfach nicht, dass es nur einen Gott, nur einen Papst und nur eine allmächtige Weltregierung mit Bush an der Spitze geben soll. Nicht mal einen klitzekleinen Berliner Senat oder eine ohnmächtige Bezirksverordneten-Versammlung wollten sie wählen. Wenn das mal gut geht! Der Allmächtige lässt uns Menschenkinder wieder einmal mit der Frage allein, wie es weiter gehen soll.

Euer von großer Unruhe geplagter

Schwejk