Zwischen Mietergarten und VHS

20 Jahre Hellersdorf – Spaziergänge durch die Kieze – Teil 2

Wie berichtet, brachte die Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND anlässlich des 20. Geburtstages des (nicht mehr existierenden) Bezirkes Hellersdorf eine interessante Broschüre unter dem Titel „Zwischen Krötenteich und Mietergarten“ heraus. Und da das Heft eine „Einladung zum Kennenlernen“ sein will, sind darin neben Porträts der Stadtteile und ihrer Bewohner auch insgesamt acht Kiezspaziergänge versammelt. Diese drucken wir mit freundlicher Genehmigung in loser Folge nach; als Anregung, einmal „um die Häuser“ in Hellersdorf zu ziehen. Diesmal: Das Grabenviertel

Bereits beim Verlassen des U-Bahnhofes Cottbusser Platz befällt den Besucher die Ahnung, dass er in eines der hellsten Viertel gekommen ist. Kein Wunder bei den vielen weißen Fassaden, von denen sich die kobaltblauen Balkonbrüstungen aus Glasbausteinen wohltuend abheben. Wer geradezu den Platz überquert, trifft auf den „Namensgeber“ des Viertels, den Hellersdorfer Graben.

Doch nicht zu rasch weiter gehen. Erst sollte eines der eigentümlichsten Museen Berlins – die Museumswohnung von STADT UND LAND/WoGeHe besucht werden. Hier kann man eine kleine Zeitreise erleben – in die typisch eingerichtete DDR-Plattenbauwohnung der 80-er Jahre.

Im Grabenviertel sind die Häuser mit vielfältigen Motiven geschmückt.

 Foto: Nachtmann

Ob man dort gestaunt oder geschmunzelt hat – ein Rundgang durch die im gleichen Aufgang liegende Musterwohnung macht den Unterschied sofort deutlich. Nach diesem Erlebnis trifft am Ende des Platzes an der Cottbusser Straße der Blick auf eines der schönsten Kunstwerke „am Bau“, den Ausschnitt aus Leonardos „Erweckung“. Wer sich beim Erkennen der anderen Fassaden-Bilder nicht ganz sicher ist, steht genau am richtigen Platz. Denn an der Cottbusser Straße 25 ist jetzt die Volkshochschule mit ihrem breiten Kursangebot – auch in Kunstgeschichte – zu Hause.

Nach einer eventuellen Anmeldung darf ein Besuch im gegenüber liegenden Wohnhof nicht fehlen. Hier findet sich das Weiß nicht nur als Gebäudefarbe; hier glänzen auch die Pflanzen so, denn die Tausenden Rosen sind weiß, ergänzt durch silbrige Bäume und Bodendecker. Was die Besitzer der Mietergärten im Quartier keineswegs davon abhält, sie vom Frühling bis zum Herbst in aller Farbenpracht erstrahlen zu lassen.

Folgt er der Cottbusser Straße, stößt der Besucher direkt auf das Stadtzentrum Helle Mitte mit seinen vielen Möglichkeiten zum Einkaufen, Entspannen und Erleben. Von dort aus darf der kleine Abstecher über die Senftenberger Straße, an der sich ein Jugendklub und ein Spielplatz finden, zum historischen Herz Hellersdorfs, zum alten Gut, nicht fehlen. Hier finden sich nicht nur eine ganze Reihe Dienstleister, auch das Stadtteilzentrum mit seinen vielfältigen Angeboten für alle Generationen ist hier zu Hause.

Auf dem Rückweg Richtung U-Bahn entlang der Alten Hellersdorfer Straße lohnt sich der kleine „Aufstieg“ auf das Plateau des Jelena-Santic-Friedensparks. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick in Richtung Kienberg.