Wildschweinplage und Verkehrsprobleme

In Mahlsdorf/Kaulsdorf ist der Bürgerhaushalt nun auch angekommen

Mahlsdorf – „Mischen Sie mit beim Bürgerhaushalt 2010/2011!“ – fordert eine Broschüre des Bezirksamtes alle Einwohner im Bezirk auf. Darin wird erklärt, was ein Bezirkshaushalt überhaupt ist, wie er erarbeitet wird, wofür das Geld ausgegeben wird und wie sich jeder Bürger beteiligen kann. Dazu gab es im September drei Auftaktveranstaltungen in den Wohngebieten.

Die Beteiligung kann auf unterschiedlichstem Weg erfolgen. Schriftlich kann man seine Vorschläge oder Ideen per Post an das Amt schicken (Bezirksamt Marzahn- Hellersdorf, Büro der Bezirksbürgermeisterin, Bürgerhaushalt, 12591 Berlin). Auch per Internet kann jeder seine stadtteilbezogenen Vorschläge abgeben (www.buergerhaushalt-mh.de). Oder man kann die Bürgerforen in den neun Stadtteilzentren besuchen und sich dort auch in Arbeitsgruppen einbringen.

Gern im Kochtopf, aber nicht im Garten gesehen – das Wildschwein darf in Wohngebieten nicht gejagd werden.

Foto: Siegel/DJV

Nach der ausgiebigen Testphase in unseren zwei Großsiedlungen ist der Bürgerhaushalt nun auch im Siedlungsgebiet angekommen. Zum Beispiel in Mahlsdorf/ Kaulsdorf. Erstmalig traf sich eine kleine Runde von Anwohnern am 7. Oktober im Stadtteiltreff „Haus der Begegnungen“ am Hultschiner Damm 98 in Mahlsdorf-Süd.

Bei diesem ersten Treffen kamen Wünsche und Probleme auf den Tisch, die den Anwohnern schon lange auf den Nägeln brennen. Da ging es um die Zukunft der Kaulsdorfer Seen (Wasserskianlage/ Freibad) und des Wernerbades, Müll an der Waldpromenade an der Grenze zu Köpenick, den Zustand am Langenbeckplatz (und weiteren öffentlichen Plätzen im Wohngebiet), den weiteren Umgang mit der nun geschlossenen Oberschule an der Elsenstraße. Anwohner der Kohlisstraße wünschten sich dringend eine Ampelanlage an der Kreuzung Hultschiner Damm. Beim zweiten Treffen am 4. November kamen neue Vorschläge dazu. Zum Beispiel: Was kann gegen die zunehmende Wildschweinplage in den Wohnsiedlungen an den Kaulsdorfer Seen bzw. in Mahlsdorf Süd unternommen werden?

Ärger mit Anschluss von Bahn, Bus, Tram

Viele Wünsche gibt es zum Thema ÖPNV. Um ein öffentliches Verkehrsmittel (Bus/Tram) zu erreichen, müssen Bewohner unweit der Grenze zu Waldesruh (Summter und aller einmündenden Straßen vor der Akazienallee) Fußwege von ca. 20 Minuten (bei Schnee und Eis mehr) in Kauf nehmen. Der Wunsch, die Tram 62 von Mahlsdorf bis nach Hellersdorf zu verlängern (wie einst zu DDRZeiten geplant) wird wohl unerfüllt bleiben, da der Bezirk darauf wenig Einfluss hat. Ein Ärgernis aber könnte beseitigt werden: Straßenbahn, Bus und S-Bahn müssten ihre Fahrpläne besser koordinieren. Kommt man per S-Bahn am Bahnhof Mahlsdorf an, biegt die Tram oft gerade um die Ecke. Und umgekehrt: Wenn Fahrgäste per Bus aus Mahlsdorf-Nord kommen, ist die S-Bahn gerade weg, wissen die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs. Dabei handele es sich nur um 1 bis 2 Minuten. Auf die nächsten Bahnen müsse man in der Regel 20 Minuten warten. Auch reichten die Parkplätze am Bahnhof Mahlsdorf nicht aus. Pkw-Fahrer, die auf die Öffentlichen umsteigen wollen, müssten auf der Suche nach einem Parkplatz das halbe Viertel umkreisen.

Vor-Ort-Termin: Rund um den Bahnhof

Weitere Ärgernisse: Der Zustand rund um den Bahnhof Mahlsdorf sowie fehlende Briefkästen bzw. Bankautomaten. Insgesamt wünschen sich die Anwohner, v.a. auch Jugendliche, eine Belebung (TT-Platten, Bänke etc.) der verschiedenen Plätze in der Siedlung (Beispiel Durlacher Platz, Franz-Hals- Platz, Graffplatz). Kritikwürdig sei auch der Zustand der Bürgersteige an der Akazienallee, gerade für Mütter mit Kinderwagen sei das eine Zumutung, konstatierte ein Anwohner.

Auch zum dritten Treff zum Bürgerhaushalt am 25. November kamen nur wenige Bürger in den Stadtteiltreff. Beschlossen wurde, zu zwei Schwerpunktthemen Vertreter des Bezirksamtes einzuladen. So soll es in Kürze einen Kiezspaziergang rund um den Bahnhof Mahlsdorf geben sowie eine Gesprächsrunde zu Themen des ÖPNV.

Als Mangel für die Bürgerforen und die Motivation, daran teilzunehmen erwies sich die Tatsache, dass keiner so recht weiß, welche und wie viel finanzielle Mittel überhaupt zur Verwirklichung von Ideen und Vorschlägen zur Verfügung stehen. „Das ist ein bisschen so wie Stochern im Nebel“, formulierte ein Anwohner.

I. Dittmann

Wer beim Bürgerhaushalt Mahlsdorf/ Kaulsdorf mitreden möchte, kann weitere Termine erfragen im Haus der Begegnung, Hultschiner Damm 98, Tel. 56 69 83 95, Ansprechpartnerin Marianne Kietzmann, email: awohaus@versanet.de.